INTERVIEWS  

-In der Zwischenzeit wurde Razor mehrmals von vorbeilaufenden Kunden und Stuttgarter Club-DJs gefragt, wie es mit seiner Rap-Karriere aussieht, als sie ihn mit dem Uralt-Mikro gesehen haben. Emilio hat sich einigen Spaß daraus gemacht, im Hintergrund den Sound immer wieder wegzudrehen, damit er sich über das stockende Interview belustigen konnte, hat uns mit Baby-Scratches versorgt und von meinem Interviewpartner gingen auch Rufe zurück, in denen Emil als Selector gepriesen wurde... Nach dieser kurzen Einlage, die zwar einige Lacher produziert hat, aber dem Interview nichts brachte, ging´s weiter -
DJ-Times: Was hältst du eigentlich davon, dass viele junge DJs sich scheinbar nur das Ziel setzen, deutschlandweit einen Titel einzuheimsen, aber dann nicht die Extrajahre für einen internationalen Gewinn investieren? Fehlt der Ehrgeiz?

DJ Razor: Glaub ich eigentlich nicht, ich finde auch dass sie schon was reißen konnten bisher.
DJ-Times: Ich meine ja auch mehr, dass sich das immer scheinbar zwischen USA, UK und Frankreich abspielt...
DJ Razor: Hmm, kann ich mir eigentlich auch nicht so ganz erklären, aber ich finde, dass das technische Niveau in Deutschland inzwischen doch sehr hoch ist. Als ich zum Beispiel bei der DMC in Köln war, hab ich einige sehr talentierte Newcomer gesehen und wenn die noch ne Weile weitermachen geht da bestimmt was.
DJ-Times: Ihr habt mal in nem Interview gesagt, dass es euch mehr auf Kreativität ankommt. Ich finde, dass man inzwischen eine Tendenz erkennen kann, dass die Leute sich etwas von dem Technischen zu einer Mischung aus Technik und gutem Aufbau hinbegeben.
DJ Razor: Das hab ich auf jeden Fall auch bemerkt. Es war ja oft so, dass Techniken, nur der Technik willen gemacht wurden, ohne zu wissen, in was für einen Kontext man das Ganze jetzt gesetzt hat. Aber inzwischen kapieren die Leute auch, dass man ein gutes Set machen kann und es trotzdem simpel hält - Ruf von Emilio „Yeah! DJ Emilio - keep it simple!!!" - Babyscratches und ein schelmisches Grinsen... - Dazu haben glaub ich auch so Seiten wie Asisphonics beigetragen.
DJ-Times: Dann bist du wohl auch nicht so der Fans von Tutorials. Q-Bert hat ja jetzt diese DVD rausgebracht und das ist schon cool einerseits, aber verführt das nicht auch dazu, dass man einfach „nur" seinen kompletten Stil nachmacht. Würde das die Entwicklung nicht zerstören?
DJ Razor: Die Gefahr besteht natürlich, aber ich halte diese Dinger eigentlich für ganz praktisch, weil sie Einsteigern halt wirklich sehr helfen können. Solange da man sich selbst einbringt sind die Teile eigentlich schon sehr gut.
DJ-Times: Es muss also nicht immer so extrem sein wie bei A-Trak. Der hat ja gemeint, dass er sich angeblich Crabs und Orbits und den ganzen Kram aus den Liedern heraus hören musste, weil er niemand hatte...
DJ Razor: (stutzt kurz) Das ist natürlich schon sehr krass, wenn das stimmt und es ist auch cool, wenn man so ein musikalisches Ohr hat, aber das ist jetzt nicht nötig für alle. Vielleicht bringt der ja auch ein Album raus, so „A-Trak - Reinvented the Orbit" (lacht) - umstritten, ob wirklich gesagt, da das Deck ja kaputt war...

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